Reifenbreite und Fatbike – ab wann ist ein Reifen "fat"?
Breite Reifen sehen nach Abenteuer aus, verändern aber vor allem Komfort, Grip und Gewicht. Wo die Grenze zum Fatbike liegt, ist nicht gesetzlich geregelt. Üblich ist diese Einteilung:
| Reifenbreite | Bezeichnung | Typisch für |
|---|---|---|
| unter 2” (ca. 50 mm) | schmal | City, Trekking, Gravel |
| 2–3” (ca. 50–76 mm) | breit | Mountainbike, Trekking mit Komfort |
| 3–3,7” (ca. 76–94 mm) | Plus / Semi-Fat | Allround, Komfort-Bikes mit dicken Reifen |
| ab ca. 3,8” (ca. 96 mm) | Fat | klassische Fatbikes, meist 4,0” bis 4,8” |
Im Katalog fasst der Filter “Fat / Semi-Fat” alles ab 3” zusammen. Ob ein Rad wirklich ein Fatbike ist, siehst du an der Zahl auf dem Reifen: ab etwa 3,8” ja, darunter eher Semi-Fat.
Vorteile breiter Reifen
- Grip und Traktion auf Sand, Schnee, Schotter und losem Boden
- Komfort: Der Reifen federt mit sehr wenig Luftdruck, auch ohne Federgabel
- Sicherheit auf unebenem Untergrund, weil der Reifen Unebenheiten schluckt
Nachteile
- Gewicht: Reifen, Felgen und Schläuche wiegen mehr, dazu kommen oft stärkere Akkus. Fatbikes liegen häufig bei 28 bis 35 kg.
- Rollwiderstand auf Asphalt: Du merkst ihn im Akkuverbrauch und beim Treten ohne Motor.
- Kosten und Ersatz: Reifen und Schläuche in 4” sind teurer und nicht in jedem Laden vorrätig.
- Platz: Breitere Tretlager und Naben, viele Fahrradträger und Wandhalter passen nicht.
- Handling: träger in Kurven, bei Seitenwind und im Stand schwerer zu rangieren.
Luftdruck
Breite Reifen fährst du mit wenig Druck, oft zwischen 0,5 und 1,2 bar, je nach Gewicht und Untergrund. Zu viel Druck nimmt dem Fatbike den Komfortvorteil, zu wenig führt zu Durchschlägen und Felgenschäden. Teste auf deinem Untergrund in kleinen Schritten.
Für wen lohnt sich ein Fatbike?
Wenn du viel auf Sand, Schnee, Waldwegen und Schotter fährst oder ein sehr komfortables Rad suchst, ist ein Fatbike eine gute Wahl. Für Pendeln auf Asphalt und längere Touren auf Straßen sind schmalere Reifen effizienter. Mehr zur Laufradgröße steht im Ratgeber zur Laufradgröße. Wichtig bei schweren Rädern sind auch gute Scheibenbremsen.