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Reichweite, Akkupflege und Lagerung beim E-Bike

Die Reichweite in Datenblättern ist ein Bestwert. Sie entsteht bei mildem Wetter, leichtem Fahrer, flacher Strecke und niedrigster Unterstützungsstufe. Rechne im Alltag mit deutlich weniger.

Reichweite grob selbst abschätzen

Die Akkukapazität steht in Wh (Wattstunden). Teile sie durch den Verbrauch pro Kilometer:

FahrweiseVerbrauch (Richtwert)Beispiel 600 Wh
Flach, niedrige Stufe5 bis 8 Wh/km75 bis 120 km
Gemischt, mittlere Stufe8 bis 12 Wh/km50 bis 75 km
Berge, hohe Stufe, Gepäck12 bis 20 Wh/km30 bis 50 km

Das sind grobe Erfahrungswerte, kein Messergebnis. Dein Verbrauch hängt vom Rad und von dir ab. Wenn du Fahrten mit der Anzeige mitliest, hast du nach ein paar Touren deinen echten Wert.

Was die Reichweite drückt

  • Gewicht: Fahrer, Gepäck und ein schweres Rad kosten mit jedem Höhenmeter Energie.
  • Gelände und Höhenmeter: Bergauf frisst am meisten.
  • Unterstützungsstufe: Die höchste Stufe verbraucht oft doppelt so viel wie die niedrigste.
  • Reifen: Breite Stollenreifen rollen schwerer als schmale Straßenreifen. Zu wenig Luftdruck kostet spürbar Reichweite. Mehr dazu in Reifenbreite und Fatbike.
  • Kälte: Unter etwa 5 °C liefert der Akku weniger. Bei Frost sind 20 bis 30 % weniger Reichweite normal.
  • Wind und Tempo: Ab etwa 25 km/h steigt der Luftwiderstand stark.
  • Häufiges Anfahren: Stop-and-go in der Stadt braucht mehr als gleichmäßiges Rollen.

So schonst du den Akku

Die meisten E-Bikes nutzen Lithium-Ionen-Akkus. Die mögen weder Extreme noch Dauerstress.

  • Nicht ständig auf 0 und 100 %: Der Bereich zwischen etwa 20 und 80 % ist am schonendsten. Voll laden darfst du vor langen Touren.
  • Original-Ladegerät verwenden: Ein falsches Ladegerät kann den Akku beschädigen.
  • Nach der Fahrt abkühlen lassen: Warmen Akku nicht sofort laden, kalten nicht direkt aus dem Frost an die Steckdose hängen. Erst Zimmertemperatur abwarten.
  • Nicht in der Sonne parken: Ein Akku im heißen Auto oder in der prallen Sonne altert schneller.
  • Kontakte sauber halten: Trocken abwischen, keine Hochdruckreiniger auf Akku und Motor.

Akku richtig lagern

Das ist vor allem im Winter wichtig, wenn das Rad wochenlang steht.

  1. Ladestand rund 50 bis 60 %: Weder leer noch voll einlagern. Ein leerer Akku kann sich tiefentladen und ist dann im schlimmsten Fall defekt.
  2. Kühl und trocken: Etwa 10 bis 20 °C sind ideal. Kein Frost, keine Heizung, keine Feuchtigkeit.
  3. Im Haus, nicht in der kalten Garage: Den Akku abnehmen und drinnen lagern, wenn das Rad draußen oder unbeheizt steht.
  4. Alle 2 bis 3 Monate nachsehen: Ladestand prüfen und bei Bedarf auf etwa 50 bis 60 % nachladen.
  5. Nicht auf brennbarem Untergrund: Ein feuerfester Platz, Rauchmelder in der Nähe, nie unbeaufsichtigt über Nacht laden.

Wann der Akku ersetzt werden sollte

Typische Anzeichen: Die Reichweite bricht deutlich ein, die Anzeige springt oder der Akku schaltet unter Last ab. Ein Akku, der sich aufbläht, riecht oder nach einem Sturz beschädigt ist, gehört nicht mehr ans Ladegerät. Lass ihn vom Händler prüfen und gib ihn fachgerecht zurück. Alte Akkus dürfen nicht in den Hausmüll, Händler und Wertstoffhöfe nehmen sie an.

Auf was du beim Kauf achtest

Schau auf die Akkugröße in Wh und nicht nur auf die angegebenen Kilometer. Zwei Räder mit gleicher Herstellerreichweite können sehr unterschiedlich viel Akku haben. Im Katalog siehst du Wh und Herstellerreichweite direkt auf der Karte und kannst nach “Größter Akku zuerst” sortieren. Beim Gewicht hilft der Blick auf die Scheibenbremsen, denn schwere Räder brauchen gute Bremsen.